
Ochsenbach(dh). Mitglieder und Familien des FDP Ortsverbandes Vaihingen-Sachsenheim trafen sich zum leckeren Maultaschen-Essen in den luftigen Räumen des Landgasthof Stromberg in Ochsenbach. Gerne hatte man sich Vorschläge von Familie Gemrig für einen besonderen Tag im Kirbachtal machen lassen. Es ist bewundernswert, wie die Ochsenbacher sich zusammengeschlossen haben, um den Gästen abwechslungsreiche Programme anzubieten.
Zunächst wurde bei der Schafhaltung von Schäfer Hans-Peter Schuhmacher eingekehrt. Er ist im Hauptberuf in Bietigheim tätig und hält in einem Familienbetrieb in Ochsenbach 90 Mutterschafe. Der Jahresablauf bestimmt die Arbeit: Die Hauptlammzeit ist nach Ostern, ganzjährig gibtes meist drei Lammzeiten, wozu Dazu jeweils der Stall umgebaut werden muss. Im März kom
men zwei Schafschererinnen. Interessiert fragten die Besucher nach Vermarktung und Rentabilität: „Wir lassen von einem hiesigen Metzger schlachten, nutzen ein Kühlhaus im Ort, vermarkten selbst (seit Kurzem auch online) und verkaufen an den Landgasthof“, war die Antwort. Da sich die Wolle nicht gut vermarkten lässt, wurde ein Wolldünger entwickelt, der für viele Pflanzen sehr effektiv sein soll. Die langanhaltende Trockenheit ist für Schäfer und Schafe schwierig. Das Futter ist trocken und nicht ausreichend, die Tiere brauchen dazu 400 l bis 500 l Wasser am Tag und Schuhmachers konnten nicht genug Heu machen. Als Folge werden sie die Herde wohl verkleinern.
Wanderführer Kössling führte die Gruppe anschließend durch die historische Landschaft auf den Geigersberg. Völlig abgeräumte Terrassen, aufgelassene Weinberge, bei denen die Weinstöcke mit ihren sicher ein Meter tiefen Wurzeln noch gerodet werden müssen, der Rückgang des historischen Weinbaus ist hier unübersehbar. Die langanhaltende Hitze verlegte die Lese bis zu zwei Monate vor. Um so mehr freuten sich die Wanderer, als sie beim Wengerterhäusle von MarTine ein schattiges Plätzchen im Weinberg und
kühle Getränke fanden. Mit großem Engagement hat Martin Dürr mit seiner Frau Christine einen kleinen, familiären Weinbaubetrieb am Sommerberg aufgebaut, vor Ort wird mit Sorgfalt und Handarbeit der Wein selbst ausgebaut. Vier verkostete Weine, davon zwei prämierte, überzeugten die Gäste, dazu schmeckten die Mitschele von Mutter Dürr. „Ein großes Netzwerk ist für die Selbstvermarktung nötig,“ erfuhren sie. Supermärkte in der Region, Restaurants, Vinothek Tripsdrill sind einige der Orte, wo der Wein von MarTine angeboten wird, dazu kommen unzählige private Kontakte und viele Veranstaltungen wie das Hoffest beim Baugeschäft Dürr in Ochsenbach.
Viel Gesprächsstoff hatten die Kommunalpolitiker, als sie anschließend beim Abendessen im Landgasthof das würzige Lamm und den feinen Wein aus Ochsenbach genossen. Mit Anerkennung betrachteten sie den ständigen Einsatz, die Innovation, die Risikobereitschaft und die gute Kooperation der drei Familienunternehmen.
Bericht: Dagmar Holzberg
